Wie steht es um die Zukunft der Kreispolitik? Dazu haben vor wenigen Tagen im Adler in Eislingen zahlreiche Engagierte mit Kreisrat Peter Hofelich diskutiert. „Es sind bewegte Zeiten – gerade auch kreispolitisch“, eröffnete Hofelich seinen Vortrag. „Und unser Landkreis braucht Bewegung. Denn es sind wirtschaftlich und sozial herausfordernde Zeiten“, so der Kreisrat und frühere langjährige Landtagsabgeordnete. Dreh- und Angelpunkt sei für ihn die rückläufige Steuerkraft im Kreis, die gar unter dem Landesschnitt liege.
Es war bereits die zweite Auflage von ‚Kreispolitik aktuell‘ im Kreistagswahlkreis Eislingen-Salach-Ottenbach. Dazu hatten die sozialdemokratischen Ortsvereinsvorsitzenden aus Eislingen und Salach, Uli Weidmann und Andre Knaus, Interessierte eingeladen, um gemeinsam einen Blick in die kreispolitische Zukunft zu werfen. Peter Hofelich zeichnete eingangs ein Bild mit unterschiedlichen Facetten: vom Allgaier-Aus und dessen Signal für die industrielle Zukunft im Strukturwandel über die Klinik-Eröffnung als vielversprechende öffentliche Investition bis hin zum baldigen Start eines neuen Landrates.
Hofelich konzentrierte sich auf einige Schwerpunkte: So seien etwa im Bereich der beruflichen Bildung zwölf Prozent der Ausbildungsplätze nicht besetzt. Und das trotz zweier wichtiger Berufsschulzentren im Kreis – helfen könnte ein Mentalitätswechsel und mehr Wertschätzung für die duale Berufsausbildung, so Hofelich. Umso wichtiger sei es daher, dass im Landkreis das AV-Dual fortgeführt und ausgebaut werde für all jene Absolventinnen und Absolventen, die noch nicht bereit für eine Ausbildung seien.
Im Bereich der Sonderpädagogik stieg die Nachfrage nach Inklusion an den Schulen und Kitas für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf deutlich. Auch beim ÖPNV gebe es Herausforderungen: Zwar sei eine Evaluation für Busse mit zu wenig Passagieren in Ordnung. Aber in der Tendenz benötige es mehr und dichteren Bus- und Bahnverkehr, sowohl für den hochverdichteten Teil des Filstals wie auch für die ländlichen Bereiche des Kreises. Für Salach und Eislingen bedeute das auch einen engeren Takt im Bahnverkehr und einen zuverlässigen Halbstundentakt bei den Busverbindungen.
In der anschließenden Diskussion nutzten die kommunalpolitisch Engagierten die Gelegenheit, um gemeinsam über notwendige Fachkräfte für den Klinikneubau, die notwendige Finanzierung seitens des Bundes und die Situation an den Schulen in Kreis-Trägerschaft zu debattieren.